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Exemplarische Auswertungen der Thesensammlung
aus den Themenfeldern:
Produkt
Arbeit
Unternehmensorganisation
Technikeinsatz
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Themenfeld Produkt:
Werkstoffe der Zukunft – Vielfalt mit Fragezeichen
In der Datenbank findet sich eine Vielzahl von Prognosen über Materialien
deren Bedeutung in Zukunft steigen wird.
Genannt werden unter anderen:
Leichtbaumaterialien insgesamt, Kunststoffe (speziell: hitzebeständiger
Kunststoff, high performance Kunststoff), Aluminium, Aluminiumschäume,
Stahlschäume, Metallschäume, Verbundwerkstoffe/Hybriderkstoffe/Composites
(Glasfaser, Carbonfaser, Holz, Metall-Keramik, Metall-Plastik 3D
Composites), Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, Holz (Bau),
Titan (mit Kohlenstofffaser), Keramik, Magnesium, leitfähige Kunststoffe,
Metalle, Stahl (speziell hochfeste Stahlbleche), Basiskombinationen/Legierungen,
Biologisch abbaubare Kunststoffe, hochwiderstandsfähige Sinterwerkstoffe,
Beschichtete Stahlbleche und Nanomaterialien.
Während allen diesen Materialien ein Bedeutungszuwachs vorausgesagt
wird, finden sich kaum Hinweise auf Werkstoffe, deren Bedeutung
sinken wird.
Daraus lässt sich folgern dass:
Die Palette der zur Verfügung stehenden Materialien bedeutend zunehmen
wird
Produkte der Zukunft aus einer größeren Vielfalt von hochoptimierten
Materialien bestehen werden
In den nächsten Jahren ein Wettbewerb zwischen den Materialien einsetzen
wird, dessen Ausgang noch unentschieden ist
Es ergeben sich Fragen
Für die Produktentwicklung:
Wie kann die Materialvielfalt optimal ausgenutzt werden? (Bewertungsinstrumente,
Informationsbeschaffung, Konstruktionsproinzipien etc.)
Für die Produktionsplanung:
Wie wirkt sich die neue Materialvielfalt auf die Produktion aus?
(Neue Fertigungsverfahren, engere Zusammenarbeit mit den Materialentwicklern,
Herausforderung für Remanufacturing und Recycling Konzepte)
und für die Politik:
Wie können ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Materialtrajektorien
identifiziert und gestärkt werden? (Gesetzgebung, Umwelt/Arbeitsschutz,
Kennzeichnungskonzepte, Bewertungsinstrumente ...)
Eine Suche in der Datenbank gibt Antworten, zeigt aber auch Lücken
in den vorhandenen Zukunftskonzepten auf ...
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Themenfeld Arbeit:
Befristete Arbeitsverträge und steigende Verantwortung – Vereinbar
durch Aufspaltung der Arbeitnehmergruppen?
Befristete Arbeitsverträge, steigende Selbstanstellung und eine
Auflösung der sozialen Bindungen zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern
und Kollegen werden in allen beteiligten Ländern erwartet. Gleichzeitig
sagen Thesen mehrerer Länder steigende Verantwortung der Arbeitnehmer
am Arbeitsplatz voraus.
Diese Entwicklungen stehen offensichtlich zueinander im Widerspruch.
In den schwedischen Thesen findet sich ein Hinweis darauf, wie sich
dieser Widerspruch möglicherweise in Zukunft auflösen wird. Erwartet
wird hier, dass es zu einer Aufteilung der Arbeitskräfte kommt.
Während ein Kernteam von Angestellten fest angestellt wird und eine
gestiegene Verantwortung übernimmt, ist der größere Anteil der Mitarbeiter
auf Basis unverbindlicher und kurzfristiger Verträge beschäftigt.
Die Arbeitsbedingungen für dieses Kernteam würden dann erheblich
von den Arbeitsbedingungen der restlichen Mitarbeiter abweichen.
Gleichzeitig wird ein verschwimmen der traditionell unterschiedlichen
Arbeitsbedingungen von Arbeitern und Angestellten ("white collar
and blue collar") erwartet, da die physischen Anforderungen sinken
und die Anforderungen an Qualifikation und Kommunikationsfähigkeit
in beiden Bereichen steigen (Schweden). Hierarchische Strukturen
verlieren an Bedeutung, da sich das Selbstverständnis bei jüngeren
Mitarbeitern verändert und Erfolg nicht mehr über hierarchische
Ebenen definiert wird. Aus der Kombination dieser unterschiedlichen
Thesen würde sich eine ganz neue Unterteilung der Arbeitkräfte in
zwei Gruppen nach anderen als den heute üblichen Unterscheidungskriterien
ergeben.
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Themenfeld Unternehmensorganisation:
Einigkeit über Netzwerkbildung als Kernkompetenz der Zukunft
Alle Partner sehen Netzwerkbildung als existientiell notwendige
Strategie zum Überleben in zukünftigen globalen Märkten an. Nur
mit der Hilfe von funktionierenden Netzwerken – so der Tenor insbesondere
in Schweden und Belgien – kann eine Produktion für globale Märkte
realisiert werden. Schwedische Thesen sprechen sogar von einer zu
erwartenden: "Netzwerkwirtschaft" (network economy). Allerdings
betonen schwedische Thesen mehr die Netzwerke zwischen Einzelpersonen,
die sich flexibel zusammenfinden, während Belgien virtuelle Unternehmen
in den Vordergrung stellt.
Schweden: We will work in networks and projects. Sometimes we will
be the client and sometimes the contractor. Belgien: Manufacturing
enterprises become virtual organizations: a temporary association
of partners, possibly spread over the entire world.
Schweden: Decentralised organisations will be replaced with or supplemented
by networks of independent individuals.
Die Funktionen solcher Netzwerke sind vielfältig. So betont etwa
Belgien die Wichtigkeit von Netzwerkmanagement für erfolgreiche
Make&Buy Entscheidungen, mit denen Unternehmen verstärkt konfrontiert
sein werden.
Belgien: Make and buy decisions imply an increase in complexity
of one’s own supply chain and/or managing inter-organizational networks
by which value is being created and delivered
Belgische Thesen nennen weiter den Kapazitätsaustausch zwischen
Unternehmen als Strategie, die zukünftig an Bedeutung gewinnen wird.
Englische Thesen sehen durch die Zunahme von Kooperationen neue
Chancen für KMUs sich bei den "Großen" einzubringen.
Sowohl schwedische als auch belgische Thesen beschäftigen sich mit
den enabling technologies für Netzwerkbildung insbesondere den IuK
Technologien
Schweden: Rapid communications with high-speed, secure fixed and
mobile communications networks are necessary in order to work efficiently
in networks and projects.
Belgische Thesen erwarten das Zusammenwachsen verschiedener Software
Systeme zur Unterstützung von Unternehmenorganisation und Kooperation
zu einem einheitlichen System (ERP+SCM=EAI (Entreprise Application
Integration)). Die Thematik des "Global Engineering" und hier wieder
vor allem unterstützende IuK Technologien wird insbesondere von
Belgien fokussiert.
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Themenfeld Technikeinsatz:
Neue Maschinenkonzepte und Steuerungsprinzipien für die flexible
Fertigung - eine belgische Roadmap
Die Flexibilisierung der Produktion zur Realisierung steigender
Variantenzahlen in immer kürzerer Zeit wird in jedem der beteiligten
Länder als ein zentraler Treiber für neue Entwicklungen von Produktionstechnologien
gesehen. Während jedoch die Thesen der anderen Partner inklusive
Deutschland die Notwendigkeit von rekonfigurierbaren Fertigungssystemen
auf einer sehr allgemeinen Ebene postulieren, finden sich unter
den belgischen Thesen einige detaillierte Ansätze für die Realisierung
dieses Ziels. Insbesondere neue Konzepte für Maschinen und neue
Ansätze für die Steuerung von Maschinen und deren Zusammenwirken
werden behandelt. Diese Ansätze ranken sich allesamt um das "Mechatronik
Paradigma" als neuem Ansatz für die Konzeption von Fertigungsanlagen.
Damit einher gehen Themen wie: Erhöhte Maschinenintelligenz, Modularisierung,
verteilte Antriebe, lokale Intelligenz, höhere Autonomie, Multifunktionalität,
dezentrale Steuerung mit autonomen Komponenten, verhaltensorientierte
statt modellbasierte Überwachung. Das "mechatronische Paradigma"
wird auch als geeignetes Konzept angesehen, um Mass Customization
bei den Maschinen selbst zu realisieren, da die mechatronischen
Komponenten individuell programmiert aber als Standardmodule gefertigt
werden können.
Diese Ansätze wurden in einer belgischen Roadmapping Aktivität zu
diesem Thema generiert und zeugen davon, dass auf diese Weise sinnvoll
Ergebnisse von Zukunftsprognosen über zukünftige Anforderungen an
die Produktion bis in die Gegenwart hinein wirksam gemacht werden
können und damit unmittelbar handlungsrelevant für Unternehmen werden.
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